Im Juni 2020 veröffentlichte die indische Regierung eine verbindliche BIS-Zertifizierung für die Herstellung und den Import von 14 chemischen Produkten. Wenn Sie als ausländischer Hersteller diese Zertifizierung nicht vor dem 13. Dezember 2020 abgeschlossen haben, dürfen Sie Ihre Produkte nicht mehr nach Indien exportieren. Unser Experte Dhrub Thakur schildert in diesem Artikel, wie Sie das BIS Zertifikat schnellstmöglich erhalten können.

Bureau of Indian Standards (BIS)

Das „BIS“ in der BIS-Zertifizierung steht für Bureau of Indian Standards. Dabei handelt es sich um die nationale Zertifizierungsstelle Indiens, die dem Ministerium für Verbraucherschutz, Lebensmittel und öffentlicher Verbreitung untersteht. Die Behörde wurde 1986 mit dem Ziel gegründet, Qualitätsstandards für verschiedene Produkte wie Baumaterialien, Lebensmittel, Unterhaltungselektronik und Rohstoffe festzulegen.

„Die Liste der Produkte, die von der BIS zugelassen werden müssen, wird ständig erweitert“, erklärt Dhrub Thakur, Leiter der Rechtsabteilung von Maier+Vidorno. „Im vergangenen Juni kamen 14 chemische Produkte hinzu, so dass die Hersteller ab diesem Zeitpunkt vom BIS zertifiziert werden müssen. Mit der Ankündigung wurde den Herstellern eine Frist von sechs Monaten eingeräumt, um ihr Zertifikat zu erhalten. Dies ist eine sehr knappe Frist, wenn man bedenkt, dass das Verfahren selbst bis zu sechs Monate dauern kann.“

Chemikalienhersteller unterliegen einer Werksinspektion, um die obligatorische BIS-Zertifizierung zu erhalten

 Es gibt 3 verschiedene Arten von BIS-Zertifizierungen:

– Die obligatorische BIS-Zertifizierung einschließlich Werksinspektion

– Die obligatorische BIS-Zertifizierung ohne Werksinspektion

– Die freiwillige BIS-Zertifizierung

„Die chemischen Produkte, die gerade erst hinzugefügt wurden, fallen unter die erste Art der Zertifizierung“, schildert Herr Thakur. „Das bedeutet, dass sowohl inländische als auch ausländische Produzenten Lizenzen benötigen, um Chemikalien in Indien herzustellen, zu verkaufen und zu liefern. Eine Werksinspektion ist für beide obligatorisch. Es ist daher ein unglaublich zeitaufwändiger Prozess, mit dem die Produzenten so bald wie möglich beginnen müssen.“

Dies sind die 14 chemischen Produkte, welche die neue, obligatorische BIS-Zertifizierung erfordern

Bezeichnung des chemischen Produkts Geltende indische Standards
Pyridin IS 8058:2018
Gamma-Picolin IS 16113:2013
Beta-Picolin IS 16112:2013
Morpholin IS 12084:2018
Natriumsulfid ID 297:2001
Kaliumkarbonat IS 7129:1992
Aceton IS 170:200
Phosphortrichlorid IS 4581:1978
Phosphorpentachlorid IS 11744:1986
Phosphoroxychlorid IS 11657:1986
Wasserstoffperoxid IS 2080:1980
Präzipitiertes Bariumkarbonat IS 3205:1984
Natriumformaldehyd Sulfoxylat IS 4505:2015
Natriumtripolyphosphat IS 6100:1984

Ohne einen lokalen Experten kommt es bei der BIS-Zertifizierung zu Verzögerungen oder Schlimmerem

„Der Prozess beginnt mit einer Menge Papierkram, der beim BIS eingereicht werden muss“, sagt Herr Thakur. „Gemäß den Dokumentationsanforderungen des BIS muss der Hersteller Dokumente vom Einkauf der Rohstoffe über den Produktionsprozess bis hin zum Testprozess einreichen.“ Herr Thakur empfiehlt daher dringend einen lokalen Experten zu involvieren, der über besondere Erfahrung im Umgang mit internationalen Unternehmen bei der Beantragung einer BIS-Zertifizierung verfügt. „Als Unternehmen brauchen Sie wirklich jemanden, der schon öfter mit dem BIS gearbeitet hat und versteht, wie alles dokumentiert, eingereicht und mit dem BIS koordiniert werden muss. Nehmen Sie nicht einfach ein Angebot Ihres Importeurs oder Agenten in Indien an, der Ihnen versichert, er könne die Aufgabe übernehmen. Sollten der Zertifizierungsprozess aufgrund besagter mangelnder Erfahrung im Umgang mit dem BIS ins Stocken kommen, wird Ihr Geschäft in Indien ab Dezember zum Erliegen kommen.“

Sobald die eingereichten Dokumente genehmigt sind, wird ein Besuch im Werk vom BIS bewilligt und ein Inspektor ernannt, der das Werk zur Überprüfung der Dokumente und des Verfahrens des Herstellers besucht. Für ausländische Hersteller besteht die Anforderung, einen lokalen indischen Bevollmächtigten zu benennen, der den ausländischen Antragsteller vertreten und die Dokumente ebenfalls beglaubigen kann. „Dies kann natürlich der Importeur oder Agent sein“, sagt Herr Thakur. „Der Inspektor besucht dann die Fabrik, um die Prozesse zu inspizieren und entnimmt Proben, die in einem unabhängigen Labor in Indien geprüft werden, bevor die Zertifizierung erteilt werden kann.“

 „Die Fertigstellung des Antrags und der dazugehörigen Dokumentation, die Organisation des Besuchs des Inspektors und die Prüfung der Proben im Labor kosten viel Zeit. Deshalb kann ich nicht genug betonen, dass Sie als ausländischer Produzent sofort und mit angemessener Hilfe vor Ort mit dem Zertifizierungsprozess beginnen“, so Herr Thakur.

So kann Maier+Vidorno Ihnen helfen

  • Wir verifizieren Produktzertifizierungsanforderungen gemäß indischem Standard
  • Wir übernehmen die Vorbereitungen der Dokumentation für die Einreichung des Antrags bei dem BIS
  • Wir unterstützen bei der Durchführung von Tests chemischer Produkte in autorisierten Labors in Indien
  • Wir arrangieren die Einreichung Ihres Antrags bei der BIS-Behörde
  • Bei Rückfragen der BIS-Behörde sind nicht Sie, sondern M+V der Ansprechpartner
  • Wir helfen bei der Inspektion des Herstellungsortes durch den BIS-Beauftragten
  • Wir stimmen uns mit dem BIS über die Erteilung Ihrer Lizenz ab

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