Erstmals veröffentlicht in M+Vs Electronics & Electricals Newsletter im August 2017

Die indische Elektronikindustrie ist eine der am schnellsten wachsenden weltweit und wird nach derzeitigen Erwartungen jährlich mit einer durschnittlichen Rate von 42,4% von 100 Billionen $ 2016 auf $400 Billionen $ bis 2020 wachsen. Elektronikfertigung ist einer der 25 Schlüsselsektoren der „Make in India“ Kampagne, die darauf abzielt, Indien zu einem globalen Design- und Fertigungszentrum zu entwickeln.

In den vergangenen Jahren hat der Sektor umfangreiche Investitionen in Form von M&As anziehen können – eines der aktuellsten Beispiele ist der Kauf von Haman International durch Samsung Electronics. Ausländische Unternehmen  werden ihre Investitionen in Produktion, Vertrieb sowie Forschung und Entwicklung in den nächsten Jahren weiter ausbauen. Zusätzlich wird das Wachstum durch Gesetzgebung und weiteren Systemen von Seiten der Regierung unterstützt.

Darüber hinaus wird der von Indien anstrebte Importrückgang die heimische Elektronikindustrie weiter beflügeln. Diverse importierte Konsumgüter, wie z.B. Ladegeräte, Headsets oder USB-Kabel wurden mit sofortiger Wirkung mit einem Einfuhrzoll von 10% belegt. Weiterhin ausgeschlossen hiervon bleiben für die inländische Fertigung benötigten Teile, wie z.B. Touchpanels oder Vibrationsmotoren für Smartphones.

Durch die kürzliche Einführung der allgemeinen Güter und Dienstleistungssteuer (GST), haben sich die Steuerabgaben für Elektronik um etwa 4-5% erhöht. Die Steuerbelastung vor GST betrug zwischen 23 und 28%, nach GST beträgt diese nun einheitlich 28%. Indische Elektronikhersteller sind über diese Veränderung jedoch wenig besorgt.

Die von der Regierung verfolgte Strategie zu mehr heimischer Produktion lässt sich besonders im Smartphonesegment beobachten. Laut einer aktuellen Studie sollen demnach 2020 96% aller Smartphones im Inland gefertigt werden. Mit über 292 Millionen Nutzern ist Indien der weltweit zweitgrößte Markt.

Doch die Regierung will die lokale Industrie nicht nur durch weniger Importe voranbringen, sondern auch durch Förderung der Exportwirtschaft. Indiens Exporte sind im Zeitraum von April 2016 bis Februar 2017 um 4,25% auf 5,54 Billionen $ gestiegen.

P. P. Chaudhary, Indiens Minister für Elektronik und IT erklärte kürzlich, dass Indien seine Kombination aus niedrigen Fertigungskosten zusammen mit großer Population und Fläche dazu nutzen könne, das Land zu einem globalen Zentrum für Elektronikfertigung zu entwickeln. Außerdem betonte er die Wichtigkeit, Forschung und Entwicklung zu fördern, um nicht nur ein billiger Produktionsstandort zu bleiben.

Schlüsselfaktoren für Indiens Elektroniksektor sind zusammengefasst also die Digitalisierungsstrategie der Regierung, steigende Nachfrage sowie die Verfügbarkeit von Talenten auf dem Arbeitsmarkt. Mit Blick auf die Wachstumsaussichten bleibt Indien ein lukrativer Standort für ausländische Investitionen.

Bitte klicken Sie „Indian Electronics Industry offers a plethora of Investment Opportunities“, um den gesamten Text auf Englisch zu lesen.