Erstmals veröffentlicht in M+Vs Water & Wastewater Newsletter im März 2017.

Wasser ist ein erneuerbarer und gleichzeitig begrenzter Rohstoff. Laut einer Studie der Vereinten Nationen, ist Indien der weltweit größte Verbraucher von Grundwasser. Etwa 251 km³ verbraucht das Land jedes Jahr, was mehr als der Grundwasserverbrauch von China und der USA zusammen ist. Dagegen sinkt in Indien der Grundwasserpegel deutlich schneller als in anderen Ländern.

Mit einem zunehmenden Mangel an Wasser muss sich Indien nach Alternativen wie Meerwasser und Industrieabwasser widmen. Die Herausforderung dabei ist, ausreichend Wasser für die Wiederverwendung zu behandeln, ohne der Umwelt Schaden zuzufügen. Mit der steigenden Nachfrage nach wiederverwertbarem Wasser, nimmt auch die Nachfrage nach speziellen Wasseraufbereitungsmethoden und Management-Technologien zu.

Um sich der Herausforderung zu stellen, hat die indische Regierung einige Initiativen und Richtlinien ins Leben gerufen, die für ein Wachstum der Wasserbehandlungsindustrie notwendig sind. So haben Industrien, wie die Textilindustrie, Eisen- & Stahlindustrie, Paperindustrie oder auch Wärmekraftwerke bereits Zero Liquid Discharge-Systeme (ZLD) zum Einsatz gebracht. Bei diesem Behandlungsverfahren wird das gesamte Abwasser gereinigt und recycled. Immer mehr Kraftwerke und Industriefabriken setzen auf das Verfahren, wodurch der indische ZLD-Markt bis 2020 auf $4 Milliarden geschätzt wird.

Der Haushaltsplan 2017-2018 hat die finanziellen Mittel für das Ministerium für Wasservorkommen in Indien um 11% auf $1,05 Milliarden aufgestockt. Ein Ziel der Regierung ist es, in den nächsten vier Jahren über 28.000 Siedlungen, in denen es Wasser mit erhöhter Arsen- und Fluoridkonzentration gibt, mit sicherem Trinkwasser zu versorgen. Zudem soll der Fokus vermehrt auf zentrale Wasserversorgungssysteme gerichtet werden.

Es wird erwartet, dass in den kommenden Jahren viel in diesen Sektor investiert wird. Investitionsausgaben in die Wasser- und Abwasserinfrastruktur könnten in den nächsten fünf Jahren um 83% zunehmen. Die Edinburgh Universität in Wales entwickelt derzeit gemeinsam mit ihren indischen Partnern ein spezielles, von Solarenergie betriebenenes Wasserreinigungssystem. Das Ziel dabei ist es, ländliche Regionen in Indien mit einem einfach zu bedienenden System mit sicherem Trinkwasser zu versorgen.

Indiens Markt für Abwasserwirtschaft wird zwischen 2015 und 2020 voraussichtlich mit einer jährlichen Wachstumsrate von 8-10% ansteigen. Durch eine erhöhte Nachfrage nach Trinkwasser, neuen Initiativen und Richtlinien der indischen Regierung und steigenden Investitionen von ausländischen Größen wie Ecolab Inc. oder Suez Environnement S.A. besteht ein erhebliches Wachstumspotential für die indische Wasser- und Abwasserindustrie.

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