Um in Indien erfolgreich zu sein, spielt Lagerhaltung und Vertrieb eine entscheidenden Rolle. Unumstritten ist der indische Markt einer der am schnellsten wachsenden Märkte der Welt und tatsächlich gibt es in fast jedem Sektor Möglichkeiten zu verkaufen. Aber bevor Sie anfangen, raten wir Ihnen dringend, die Herausforderungen beim Verkauf in Indien zu kennen.

Die Lagerung von Luft- und Seefracht in Freihandels- und Lagerzonen (FTWZ)

Indien ist Europa in Bezug auf Größe, Struktur und Vielfalt sehr ähnlich. Daher macht ein effizientes, schnelles und flexibles Vertriebsnetz den Verkauf in Indien erfolgreich. Eine gute Lagerverwaltung ist dafür unerlässlich. Wie die Produkte bei der Ankunft gelagert werden, wo sie gelagert werden und wer Ihre Logistikpartner sind, hat daher großen Einfluss auf den reibungslosen Ablauf Ihrer Geschäfte in Indien.

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In Indien werden die importierten Produkte nach der Zollabfertigung zunächst in Lagerhäusern zwischengelagert. Erst danach werden sie auf den Weg zum Kunden gebracht. Es ist entscheidend, dass die Lagerhaltung nach internationalen Standards erfolgt. Aus diesem Grund wurden die so genannten Freihandels- und Lagerzonen (FTWZ – Free Trade and Warehousing Zones) errichtet, welche internationale Unternehmen in Indien seit 2005 nutzen können. In diesen Zonen lagern ausländische Unternehmen ihre Produkte in Indien, offiziell ist dies aber nicht indisches sondern internationales Territorium.

Logistischer Vorteil der FTWZ

Freihandels- und Lagerzonen sind unabhängige, große Handelsknotenpunkte (Hubs). Sie bieten internationalen Unternehmen modernste Lagereinrichtungen, Container-Frachtbahnhöfe (CFS  – Container Freight Station) und einen Bahnanschluss. Darüber hinaus bieten sie Büros, Banken und Versicherungsgesellschaften an einem einzigen Standort. Tatsächlich hat sich die Lagerhaltung in diesen speziellen Hubs in den letzten Jahren für ausländische Unternehmen als sehr attraktiv erwiesen.

Indien verfügt derzeit über drei dieser speziellen Handelsknotenpunkte. Der größte befindet sich in Khurja, einen Steinwurf von der Hauptstadt Neu Delhi entfernt. Die beiden anderen aktiven Drehkreuze sind in der Nähe von Mumbai und in Sri City, nahe der Metropole Chennai in Andhra Pradesh. Die gute Nachricht ist, dass die indische Regierung Pläne für fünf neue FWTZ im Jahr 2019 genehmigte. Die zentralen Lagen der Drehkreuze wird einen flächendeckenderen Vertrieb der Produkte über ganz Indien möglich machen, was so die Vertriebsmöglichkeiten für ausländische Unternehmen in den kommenden Jahren weiter verbessern wird. Darüber hinaus könnten die neuen FWTZs erhebliche Preisvorteile bieten.

Schnelle Zollabfertigung

Der logistische Vorteil ist nicht der einzige Grund, eine FTWZ genauer in Augenschein zu nehmen. Diese Hubs bieten internationalen Unternehmen nämlich zudem die Möglichkeit, ihre Produkte zollfrei einzuführen. Die Waren können dort bis zu zwei Jahre gelagert werden. Nach zwei Jahren können die Unternehmen die Produkte kostenfrei in das Exportland zurückführen oder offiziell nach Indien einführen. Natürlich werden dann Einfuhrzölle fällig.

Darüber hinaus bieten die Sonderhandelszonen eine Vielzahl von Dienstleistungen, die normale Lagereinrichtungen nicht leisten können. Zum Beispiel gibt es eine kontinuierliche und schnellere Zollabfertigung. Außerdem kann vor Ort etikettiert, verpackt oder montiert werden, ohne dass eine Waren- und Dienstleistungssteuer (GST – Goods and Service Tax) anfällt. Allerdings sind die Kosten für die Lagerhaltung in einer FTWZ höher als in einem normalen Lager in Indien und müssen zudem in ausländischer Währung gezahlt werden. Es gibt Lagermöglichkeiten für jede Art von Ware und die Lagerbedingungen sind viel hochwertiger als in gewöhnlichen Lagern.

Sonderwirtschaftszone (SEZ) im Allgemeinen

Der Begriff „Sonderwirtschaftzone „(SEZ – Special Economic Zone) dient in Indien als reiner Oberbegriff. Es existieren insgesamt rund 300 Sonderwirtschaftszonen, die in sehr unterschiedliche Kategorien aufgeteilt werden. Die soeben beschriebene FWTZ ist nur eine Art von Sonderwirtschaftszone, in der importierte Waren ausländischer Unternehmen umgeschlagen werden. Ein weiteres Beispiel für einen SEZ sind die speziellen, kostengünstigen Export Processing Zones (EPZ). Diese EPZ eignen sich beispielsweise für Unternehmen, die in Indien produzieren oder aus Indien exportieren möchten. Wenn Sie mehr zu den verschiedenen Kategorien der SEZs und den damit verbundenen Möglichkeiten erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an unsere Experten.