Bezahlverhalten und Bezahlmethoden in Indien?  Wie handhabe ich indische Kunden, die nicht rechtzeitig bezahlen?

Bezahlverhalten und Bezahlmethoden in Indien- das Bezahlverhalten indischer Kunden ist dasselbe, wie von Kunden in anderen Ländern der Welt. Allerdings kommt es hier ganz auf die Finanzlage der Kundenorganisation an. Auch im Eifer neue Kunden zu gewinnen, müssen Sie sich dennoch der Kreditwürdigkeit ihrer Kunden vergewissern. Die Kreditwürdigkeit ist eine einfache Möglichkeit die generelle Zahlungsmoral einer bestimmten Firma zu überprüfen.

Zahlungsmethoden in Indien reichen von Bezahlungen per Vorkasse bis hin zu Rechnungen mit 90 Tagen Zahlungsziel. Wenn Sie als neues, ausländisches Unternehmen in Indien Handel betreiben möchten, ist es stets eine Herausforderung eine Vorauszahlung vom Kunden zu erhalten. Die gängige Praxis der Bezahlung durch einen vordatierten Scheck. Dieser kann Ihn dabei, dass die gesetzten Zahlungsziele (Rechnungszeitraum) eingehalten werden. Um Ihre Bezahlung abzusichern können Sie dies bereits bei Bestellung mit dem Kunden vereinbaren. So machen Sie dies zu einem obligatorischen Teil des Geschäftsabschlusses. Ein Scheck mit einem definierten Datum ist ein rechtskräftiges Dokument, das bei Nichteinlösen vor einem indischen Gericht angefochten werden kann.

Der Bezug eines solchen vordatierten Schecks ist möglich, wenn das Produkt als Bestand in Indien vorrätig ist. Für Bestände, die nach der Bestellung aus dem Ausland importiert werden müssen, können Blankoschecks (ohne Betrag jedoch ordnungsgemäß unterzeichnet) bei Vertragsabschluss vom Kunden eingefordert werden. Diesem muss eine schriftliche Verpflichtung Ihrerseits beiliegen, dass der Scheck nur mit dem Betrag, der den Zahlungsbedingungen zugrunde liegt und in der Bestellung vermerkt ist, eingelöst wird.

Leistungen wie z.B. „Scheck bei Lieferung“ (Cheque on Delivery – COD), werden von den meisten renommierten Transportunternehmen und Kurierdiensten angeboten. Mit COD versichert der Transporteur den Einzug des Schecks vom Kunden, noch bevor die Lieferung erfolgt. Diese Methode hat ihre eigenen Nachteile, da hier der Kunde den Bezahlbetrag oder das Bezahldatum vorher noch abändern kann. Daher verhilft Ihnen diese Bezahlmethode nicht zu der von Ihnen angestrebten Genauigkeit oder Disziplin, wohl aber zum Abschluss zusätzlicher neuer Geschäfte.

Gemäß der  Steuer auf Waren und Dienstleistungen (Goods and Services Tax – GST) hat der Kunde den Lieferanten innerhalb von 180 Tagen nach Rechnungstellung zu bezahlen, um von dem Rechnungskredit Gebrauch machen zu können. Dies bringt Ordnung in den Zahlungszyklus, da im Falle einer Nichtzahlung von Rechnungen eines Kunden an den Lieferanten eine jährliche Zinsrate von 18 % auf den Vorsteuerbetrag an die Regierung zu bezahlen ist.

Am Besten ist es jedoch sicherzustellen, dass Sie bei Auftragseingang einen vordatierten Scheck als Bezahlung erhalten.

In Fällen bei denen keine Schecks erfasst wurden und der Kunde die Zahlung hinauszögert muss ein rechtlicher Hinweis per Einschreiben mit der Referenz zur Bestellung und Rechnung versendet werden. Üblicherweise sind solche Benachrichtigungen sehr effektiv und Kunden veranlassen die Bezahlung bereits nach der ersten Aufforderung. Allerdings kann eine solche Notiz nur durch einen praktizierenden Anwalt bei Gericht ausgestellt werden. Ausstehende Zahlungen werden somit in dieser Phase im Rechtssystem erfasst.

Das M+V Team der Kundenauftragsverwaltung berät Sie gerne bezüglich Bezahlverhalten und Bezahlmethoden in Indien. Des weiteren behandelt M+V alle Auftragsbearbeitungen, Zölle, lokale Logistik, Bezahlungen, etc. für zahlreiche ausländische Firmen in Indien und kann so auf lange Erfahrungen zurückgreifen. So sorgen wir für einen reibungslosen Ablauf des gesamten Prozesses. Wir nutzten SAP und somit können Sie jederzeit alle Details im Blick behalten.